• Katrin Fluck

Welpenwunsch aktuell

Aktualisiert: Mai 24

Bedingt durch #Corona gibt es derzeit eine sehr hohe Nachfrage nach #Welpen, das betrifft nicht nur Berner, sondern durchweg alle Rassen und Mischlinge. Natürlich freut es uns als #Züchter, wenn jemand Interesse an unserer Zucht hat, allerdings wird es in diesem Jahr keine Welpen bei uns geben.

Ich kann allen Interessenten nur raten, auf den Züchterlisten der beiden #VDH-Vereine zu schauen, Züchter zu kontaktieren und viel Geduld mitzubringen. Im März/April wurden aufgrund von Corona weniger Hündinnen gedeckt als um diese Jahreszeit üblich ist, die Zuchtzulassungsprüfungen in den Vereinen konnten nicht stattfinden wie gewohnt, der Besuch bei Rüden im Ausland oder in anderen Bundesländern war nicht möglich, sodass viele Züchter ihre #Wurfplanungen verschoben haben.

Ich kann es nachvollziehen, dass man enttäuscht ist, wenn man Züchter um Züchter abklappert und nur Absagen erhält, dennoch ist es der falsche Weg, in diversen Kleinanzeigenportalen im Internet auf die Suche zu gehen. Die Anzeigen lesen sich alle gleich “liebevolle Hobbyzucht, beide Eltern leben bei uns, …“ Es sind oft ellenlange Texte, die für den Laien toll klingen, letztendlich nichts aussagen.

Außerhalb der Vereine wird kaum ein Hund HD/ED/OCD geröntgt, geschweige denn die Bilder von einem Gutachter ausgewertet. Die Aussage: „der Tierarzt hat gesagt, die Eltern sind gesund“ reicht bei weitem nicht aus und ersetzt keine #Röntgenuntersuchung der Gelenke.

Wie alt war die Hündin bei ihrem ersten Wurf, wie viele Würfe hatte sie bereits? Hier muss man sich auf das Wort des Produzenten verlassen. Ob die dreijährige Hündin tatsächlich gerade ihren ersten Wurf hat oder ob gelogen wurde und es schon der 4. Wurf ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Genauso wenig wie man herausfinden kann, ob der Vater der Welpen nicht vielleicht der Halbbruder der Mutter ist oder ob sein Großvater ein Rottweiler war.

Auch wird in Anzeigen immer wieder gerne erwähnt, dass beide Eltern oder ein Elternteil #Papiere haben. Dies sagt überhaupt nichts aus und rechtfertigt erst recht nicht Preise von bis zu 1200 Euro, wie sie immer häufiger zu finden sind. Bevor ein Hund in einem Verein in die Zucht gehen kann, muss er einige Hürden überwinden, der Züchter muss sich regelmäßig fortbilden und die Zuchtstätte wird überprüft.

Das vermeintliche Qualitätsmerkmal „die Eltern haben Papiere“ dient nur dazu, den Welpenpreis um ein paar Hundert Euro anzuheben, wie einige Anbieter es derzeit leider gerade eindrucksvoll beweisen. Preise von 1200-1500 Euro für einen Welpen ohne #Ahnentafel sind durch rein gar nichts zu rechtfertigen, erst recht nicht durch die Aussage "die Eltern haben Papiere". 

Wenn man einen Hund mit Ahnentafel hat, warum züchtet man dann nicht im Verein? Der Produzent wird irgendeine Geschichte erzählen wie „meine Hündin soll nur diesen einen Wurf haben, da lohnt sich der Aufwand nicht“ oder „ich mache genau die gleichen Untersuchungen, die ein Vereinszüchter macht, aber ich habe keine Lust, einem Verein beizutreten“.  Es gibt einige Gründe, warum man mit einem Hund mit Ahnentafel außerhalb eines Vereins „züchtet“, für den „Züchter“ sprechen diese Gründe allerdings nicht:

  • Der „Züchter“ hat keine Zeit und/oder Lust auf den Aufwand, den eine Vereinszucht mit sich bringt. Er will sich nicht kontrollieren lassen, er will keine teuren Ausstellungen oder Fortbildungen besuchen.

  • Der „Züchter“ möchte sich nicht an irgendwelche Regeln halten, z.B. Pausen zwischen zwei Würfen seiner Hündin, Mindest- und Höchstalter für die Zuchtverwendung seiner Hunde, Pflicht zu regelmäßigen Fortbildungen usw.

  • Der Hund eignet sich nicht zur Zucht im Verein, vielleicht weil ein paar Zähne fehlen, der Hund ist zu klein/groß, hat ein scheues, ängstliches Wesen, er hat eine schlechte Röntgenauswertung usw. Da ist es natürlich einfacher, den Hund einfach nur mal so decken und die Käufer den „die Eltern haben Papiere“-Aufschlag zahlen zu lassen.

Die Welpen von einem seriösen Züchter kosten auch während Corona noch genauso viel wie davor, die Preise für Welpen von diversen Vermehrern („Hobbyzüchtern“) sind in den letzten Wochen um einige Hundert Euro gestiegen. Nicht etwa, weil die Eltern auf Erbkrankheiten untersucht wurden oder diverse teure Fortbildungen besucht wurden, sondern einfach nur deshalb, weil das schnelle Geld lockt und einige Welpenkäufer fast jede Summen zahlen, um jetzt einen Welpen zu bekommen und nicht erst in ein paar Monaten.


Wenn man die Rasse liebt und etwas für ihren Erhalt tun möchte, führt kein Weg an einem seriösen Züchter vorbei, die Wartezeit ist es auf jeden Fall wert. Unter den folgenden Links befinden sich die beiden VDH-Vereine in Deutschland. Hier gibt es Züchterlisten nach Postleitzahlen sortiert und auch aktuelle Deck- und Wurfmeldungen:

https://www.dcbs.de

http://www.ssv-ev.de



© Berner Sennenhunde vom Marienstätter Hof, Katrin Fluck, katrin_fluck[at]web.de   |  Impressum |  Datenschutz