• Katrin Fluck

Literaturempfehlung

Bei uns gibt es nicht viel Neues zu berichten, sämtliche Treffen oder Veranstaltungen sind nach wie vor nicht möglich, aber die Zeit kann man gut für die #Weiterbildung nutzen.

Mich persönlich hat das Thema #Anatomie oder die Auswahl des richtigen Welpen schon immer sehr interessiert, leider gibt es diesbezüglich nur wenig deutsche #Literatur und auch Fortbildungsveranstaltungen sind sehr rar gesät. Vor einigen Jahren bin ich zufällig auf das sog. „#Puppy_Puzzle“ von Pat Hastings gestoßen und somit auch auf Doris Walder und Eva Holderegger-Walser, zwei Schweizer Züchterinnen, die sich im deutschsprachigen Raum mit dem Thema beschäftigen und inzwischen auch in Deutschland ihre Fortbildungen zum dem Thema anbieten. Ich habe mir zuerst ihre ins Deutsche übersetzte Version der Puppy-Puzzle-DVD von Pat Hastings gekauft und im Jahr 2017 habe ich ihre Fortbildung gleich zweimal besucht, so lehrreich fand ich sie. Danach habe ich mir einige englischsprachige Bücher zu dem Thema gekauft und war umso glücklicher als ich letztes Jahr erfahren habe, dass die beiden an einem eigenen Buch arbeiten.

Im Dezember 2020 habe ich es vorbestellt und Ende März 2021 war es endlich soweit, der Postbote brachte das sehnlich erwartete Päckchen. „Welpentest und Hundeanalyse. Körperbau – Fit for Function einfach erklärt“ von Doris Walder, Eva Holderegger-Walser und Pat Hastings. Das Buch erschien am 31.03.2021 beim Müller Rüschlikon Verlag, hat 366 Seiten, 788 Fotos und kostet 40 Euro.

Gegliedert ist das Buch nach dem System des FCI-Standards und betrachtet den Hund in der Reihenfolge, in der Ausstellungsrichter einen Hund bewerten.

• Kopf/Hals

• Körper (Rumpf)

• Vorderhand

• Hinterhand

• Gangwerk

Schon der erste Blick ins Buch war mehr als überzeugend, auf jedes wichtige Körperteil wird eingegangen, die Autorinnen erläutern, welche strukturelle Schwachstelle zu welchen Problemen führen kann, warum manche Hunde nicht richtig schwimmen können oder warum Hunde mit bestimmten Schwächen sich nicht für bestimmte Aufgaben eignen. Das Buch ist interessant und leicht verständlich geschrieben und dank der vielen Bilder ist alles anschaulich erklärt. Es gibt detaillierte Beschreibungen und immer wieder Tipps, wie man seinen eigenen Hund untersuchen und bewerten kann. Auch wenn das Buch „Welpentest“ heißt, es wird ausführlich auf den erwachsenen Hund eingegangen, da dieser sich natürlich sehr viel leichter beurteilen lässt als ein acht Wochen alter, quirliger Welpe.

Die Bewertung der Welpen kommt ebenfalls nicht zu kurz: Man erfährt, dass der 8 Wochen alte Welpe vom Körperbau her einem ausgewachsenen Hund sehr ähnlich ist und viele körperliche Schwächen schon beim Welpen sichtbar sind, die sich nicht mehr verwachsen werden. Ob das nun mangelhafte Winkelungen in der Vor- und/oder Hinterhand, kippbare und instabile Sprunggelenke oder ein wenig tiefer Brustkorb sind, all diese Punkte sind bereits beim Welpen sichtbar und sollten vom Züchter in die Entscheidung einbezogen werden, welcher Welpe für die eigene Zucht behalten werden soll. Nicht, um einen zukünftigen Champion zu erhalten, sondern einen Hund mit einem ausgewogenen, gesunden Körperbau, der dies an seine Nachkommen weitergibt. Als Züchter trägt man eine große Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, daher ist eine solide Aus- und ständige Weiterbildung das A und O. Dieses Buch liefert unheimlich viel Wissen, es ist ein praktisches Nachschlagewerk, in das man immer wieder reinschauen wird.

In dem Buch werden wichtige Bereiche behandelt, die weder auf Ausstellungen, noch auf der Körung ein Thema sind. So wird zum Beispiel erwähnt, dass sich die Qualität der Pfoten mit den Jahren verschlechtert hat. Immer mehr Hunde besitzen keine gut gepolsterten, eng beieinanderliegenden Pfotenballen mehr. Als negatives Beispiel wurde der Golden Retriever genannt, aber auch ich konnte bei unserer Australian Shepherd Hündin Amy aufgerollte Ballen an den Hinterpfoten beobachten.


aufgerollte Hinterpfote

Zitat Univ. Doz. Dr. Irene Sommerfeld-Stur, die das Vorwort des Buches verfasst hat:

"Es ist den beiden Autorinnen gelungen, in didaktisch überzeugender Weise ein spannendes und informatives Buch vorzulegen, dem ich eine möglichst umfangreiche Leserschaft wünsche. Jeder – und zwar wirklich jeder – der mit Hunden zu tun hat, sollte sich darin vertiefen. Und sei es nur, um von dem eigenen Hund nichts zu verlangen, was sein Körperbau nicht hergibt."


Zusätzlich zum Buch kann ich die Fortbildungsveranstaltungen der beiden zum dem Thema wärmstens empfehlen, die wieder stattfinden sollen, sobald es die Situation zulässt. Die Seminare werden von verschiedenen Hundesportvereinen oder Rassehundeclubs organisiert, sind aber ebenfalls für „Externe“ offen. Die Seminare beziehen sich nicht auf einzelne Rassen, daher ist es egal, ob sie vom Club für Terrier oder Dalmatiner ausgerichtet werden. Zu lange warten darf man allerdings nicht, die Seminare sind auf maximal 30 Personen begrenzt und immer relativ schnell ausgebucht.

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