Der Berner richtig in Szene gesetzt

Unsere Berner sind unter allen Hunderassen natürlich die schönsten Fotomodelle und gerade jetzt, wo draußen alles blüht und grün wird, können wunderbare Bilder entstehen. Um ein schönes Foto von seinem Hund zu machen, braucht es nicht zwingend eine Kameraausrüstung für mehrere Tausend Euro. Wichtiger als die Kamera ist das Auge des Fotografen und eine Idee für einen schönen Bildaufbau mit passendem Hintergrund.

die Smartphones heutzutage haben alle eine Kamera integriert, mit der auch tolle Schnappschüsse gelingen, sofern ein paar Regeln beachtet werden. 

Auf Augenhöhe fotografieren​​
Eine der wichtigsten Regeln in der Fotografie allgemein ist, dass jedes Objekt, ob das nun ein Mensch, ein Hund oder eine Blume ist, auf Augenhöhe fotografiert werden sollte. Viele Hundebilder, die man zu sehen bekommt, sind aus Sicht des Menschen geschossen. Der Hund sitzt und guckt gerade so süß, man stellt sich mit dem Smartphone über ihn und knipst ein Bild. Ein viel schönerer Effekt wird erzielt, wenn man das Foto nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe des Hundes macht.

Wir haben das Glück, dass unsere Berner relativ groß sind, so reicht es oft schon aus, nur in die Hocke zu gehen, um den Hund in Augenhöhe fotografieren zu können. Besitzer von Chihuahuas haben es da deutlich schwerer. Fotografiert man den Hund nicht von oben herab, sondern hockt sich hin, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Hintergrund.

Rala aus drei verschiedenen Positionen fotografiert. Das letzte Bild auf Augenhöhe, hier sieht man auch den Hintergrund und den schönen Abendhimmel

Der Hintergrund​

Um eine schöne Freistellung zu erzielen, sollte der Hund nicht direkt vor einem Hintergrund platziert werden, sondern mit einigen Meter Abstand. Je weiter der Hund vom Hintergrund entfernt ist, desto unschärfer wird der Hintergrund auf Fotos und desto besser kommt der Hund zur Geltung. Besonders gut gelingt es, wenn der Hintergrund sich von der Farbe her stark vom Hund abhebt. Der Berner ist insgesamt recht dunkel, daher kommt er vor hellen Hintergründen am besten zur Geltung. 

Außerdem sollte vorm Fotografieren darauf geachtet werden, dass der Hintergrund nicht zu unruhig oder hässlich ist. Ein Hund vor einem hübsch blühenden Strauch ist wesentlich schöner als wenn der Hund vor ein paar Mülltonnen oder der offenen Garage sitzt, in der lauter Gerümpel liegt.

Dorie vor verschiedenen Hintergründen, die Mülltonnen dienen als "so bitte nicht"-Beispiel, auf dem zweiten Bild ist der Hintergrund recht dunkel. Auf dem dritten Bild hebt sie sich gut von dem nebligen Herbstwald ab. 

Die Entfernung zum Hintergrund: Mathilda, direkt vor dem Hintergrund sitzend. Die einzelnen Pflanzen sind gut zu erkennen. Auf dem zweiten Bild ist das Feld weit weg und nur noch als unscharfe gelbe Fläche zu erkennen.

Licht​

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, das perfekte Wetter zum Fotografieren? Leider nein. Auch wenn es noch so verlockend ist, in den Sommermonaten macht Fotografieren um die Mittagszeit wenig Sinn.

Dort wo viel Licht ist, sind auch viele Schatten. Fotografiert man im Sommer um die Mittagszeit, hat man immer das Problem, dass ein Teil des Hundes über- und ein Teil unterbelichtet ist. Bei hellen Hunden fällt das nicht so sehr auf, aber beim zum größten Teil schwarzen Berner führt das dazu, dass ein Teil des Körpers einfach nur eine pechschwarze Fläche ist, auf der keinerlei Fellstruktur mehr erkannt werden kann. 

Der schöne schwarz-weiß Kontrast ist aus fotografischer Sicht ein riesiger Nachteil und eine große Herausforderung für jede Kamera. Daher sollte man versuchen, es der Kamera so einfach wie möglich zu machen und am frühen Vormittag bzw. späten Nachmittag zu fotografieren oder gleich an einem Tag loszuziehen, an dem ein paar Wolken am Himmel sind.

Das beste Licht zum fotografieren hat man kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang. Je nach Jahreszeit ist das natürlich sehr früh bzw. spät. Aber es lohnt sich wirklich, mal mit der Kamera zur „goldenen Stunde“ loszuziehen und das fantastische Licht für ein paar schöne Portraits zu nutzen.

Gleicher Tag und Ort, verschiedene Uhrzeiten. 7 Uhr, 12:30 Uhr, 15 Uhr, 19:30 Uhr. Auf dem letzten Bild kommt Dories Gesicht am besten zur Geltung, bei den beiden vorherigen sind starke Schatten im Gesicht.

Foto, da in der "goldenen Stunde" im Winter aufgenommen wurde. Das Licht erscheint in einem schönen orange-rot und es gibt keine starken Schatten

Das Bild entstand im Juli gegen 20 Uhr. Die Sonne steht schon tief am Himmel und blendet nicht mehr so stark wie am Mittag.

Mathilda auf dem ersten Bild im Schatten und ein paar Sekunden später in der Sonne fotografiert. Auf dem ersten Bild ist das Fell gut zu erkennen, auf dem zweiten ist es nur eine schwarze Fläche

Zeitpunkt​

Für Portraitfotos ist es am schönsten, wenn der Hund die Schnauze entweder geschlossen oder nur leicht geöffnet hat. Hat man einen aktiven Hund, der nicht stillsitzen möchte, ist das natürlich schwierig und viele Leute haben dann die Idee, den Hund erst einmal auszupowern, damit er brav stillsitzt. Leider sehen solche Fotos dementsprechend aus, die Zunge hängt bis zum Boden, die Ohren sind nach hinten abgeklappt und der Hund wirkt auf den Bildern müde und erschöpft.

Idealerweise hat man beim Fotografieren eine zweite Person dabei, die versucht, die Aufmerksamkeit des Hundes zu bekommen, während man selbst sich aufs Fotografieren konzentrieren kann. Aber es klappt auch, wenn man alleine ist ;-) Mit ein paar gut riechenden Leckerlies oder dem Lieblingsspielzeug bewegt man den Hund dazu, in die Kamera zu gucken und macht in dem Moment Fotos, wenn er die Ohren aufmerksam nach vorne richtet und interessiert guckt.

Mathilda bei praller Sonne um die Mittagszeit telefoniert. Die Augen sind halb geschlossen, die Zunge hängt und durch die starken Schatten sieht die linke Hälfte fast komplett schwarz aus. 

 Das zweite Bild ist bei sanfterem Licht und kühleren Temperaturen entstanden, Mathilda kneift die Augen nicht mehr zusammen und auch die Zunge hängt nicht mehr bis zum Boden. 

Viel Spaß beim Fotografieren!

© Berner Sennenhunde vom Marienstätter Hof, Katrin Fluck, katrin_fluck[at]web.de   |  Impressum |  Datenschutz