Der Berner Sennenhund

Wie ein Berner genau aussehen soll und grundlegende Charakterzüge werden im Rassestandard beschrieben. Der Berner Sennhund hat die FCI Standard Nr. 45 und gehört zu der Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen), Sektion 3 (Schweizer Sennenhunde). Mit der theoretischen Beschreibung des Standards kann man allerdings relativ wenig anfangen, daher gibt es an dieser Stelle ein paar mehr „praktische“ Informationen zum Berner.

Der Berner Sennenhund

  • Ist ein großer Hund. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 70cm, Hündinnen sind etwas kleiner. Der Rassestandard gibt für Rüden eine Größe von 64-70cm vor, für Hündinnen 58-66cm. Die Gewichte für eine Hündin liegen bei ca. 35-50kg, Rüden sind deutlich schwerer und können bei entsprechender Knochenstärke auch 60kg und mehr wiegen, ohne dabei dick zu sein.

Hündin und Rüde im Vergleich

  • wächst sehr schnell, in den ersten sechs Lebensmonaten nimmt er etwa 1-1,5kg je Woche zu und hat am Ende des sechsten Lebensmonates bereits 60% seines Endgewichtes erreicht. Bis zu diesem Alter entspricht das Körpergewicht grob dem Alter in Wochen, natürlich mit Abweichungen nach unten und oben.

Berner Sennenhündin im Alter von 8 Wochen (8,1kg), 15 Wochen (15,7kg), 21 Wochen (23,7kg), 24  Wochen (27,7kg), 8 Monate  (34,5kg)

  • darf gerade im ersten Lebensjahr nicht übermäßig belastet werden. Vor allem Sprünge, lange Spaziergänge oder wildes Toben sind kontraproduktiv für eine gesunde Entwicklung der Gelenke. 

  • braucht sehr lange, bis er geistig und körperlich vollständig entwickelt ist. Man sagt, im ersten Lebensjahr wächst er in die Höhe, im zweiten in die Breite und im dritten kommt das Fell. Manche Hunde sehen schon mit 18 Monaten „fertig“ aus, andere brauchen dafür wesentlich länger. Vor allem bei Rüden kann es sehr lange dauern, bis sie wirklich erwachsen sind.

Unsere Lotte im Alter von 2,5 Jahren und 11 Monaten

  • benötigt eine liebevolle, aber konsequente Erziehung. Bei Druck schaltet er auf stur und verweigert die Zusammenarbeit.

  • ist in der Regel leicht erziehbar und lernt schnell.

  • hat eine sehr hohe Reizschwelle und ist grundsätzlich ein freundlicher Hund, der sich nur schwer aus der Ruhe bringen lässt

  • möchte am liebsten immer bei seiner Familie sein und ist überhaupt nicht für Zwingerhaltung geeignet.

  • sitzt einem ständig auf den Füßen und liegt grundsätzlich im Weg.

  • ist ziemlich grobmotorisch und weiß nicht, wie groß und stark er ist.

  • haart das ganze Jahr über. Mal mehr, mal weniger, aber ganz ohne Haare im Haus und an der Kleidung geht es einfach nicht. Im Gegensatz zu den Haaren kurzfelliger Hunderassen lassen sich die langen Bernerhaare allerdings recht gut aufsammeln oder mit dem Staubsauger wegsaugen.

  • muss trotz seines langen Fells im Sommer nicht geschoren werden. Das Fell isoliert vor Kälte genauso wie vor Wärme und sollte im Sommer lediglich gut ausgebürstet werden.

Dolores total abgehaart im Sommer 2018 und mit komplettem Fell im Oktober 2019

  • hat leider nur eine durchschnittliche Lebenserwartung von acht Jahren. Die häufigste Todesursache ist Krebs, aber auch Nierenerkrankungen und Magendrehungen stellen Probleme in der Zucht dar.

  • verursacht aufgrund seiner Größe und seines Gewichts höhere Futter- und Tierarztkosten als kleinere Hunde. Medikamente, Wurmkuren oder Narkosemittel, alles wird nach Gewicht berechnet. Ein Berner braucht natürlich auch wesentlich mehr Futter als ein kleiner Hund, ein größeres Halsband, ein größeres Bett und auch ein Auto entsprechender Größe, in dem er sicher transportiert werden kann.

  • mag den Winter lieber als den Sommer und kommt mit kalten Temperaturen wesentlich besser zurecht als mit großer Hitze. 

  • ​hat in der Regel wenig Jagdtrieb.

  • ist keine sehr große Sportskanone. Gemütliche Spaziergänge mag er lieber als am Fahrrad zu laufen.

  • eignet sich für Sportarten, die nicht unbedingt große Schnelligkeit und Beweglichkeit verlangen. Agility ist für Berner weniger geeignet, aber beispielsweise Mantrailing, Zughundesport oder Rettungshundearbeit sind Beschäftigungsmöglichkeiten, an denen ein Berner Spaß hat.

  • ist eine wunderbare Hunderasse und wenn man einmal dem Berner-Virus verfallen ist, wird man keinen anderen Hund mehr haben wollen!

© Berner Sennenhunde vom Marienstätter Hof, Katrin Fluck, katrin_fluck[at]web.de   |  Impressum |  Datenschutz